ZUM GEDENKEN EINER STARKEN FRAU

28.05.17

Folgende Geschichte gebe ich gerne weiter zum Gedenken einer sehr starken Frau.

Ich nenne Sie in meiner Geschichte Felicitas. Sie kam zu mir, weil Sie mit sich selbst Frieden schließen wollte, und um die Zeit, die Ihr blieb, leichter ertragen zu können.

Felicitas war Anfang 40 und Sie hatte Krebs im Endstadium. Sie galt als austherapiert.

Ich hatte zwar bereits mit Ihr einige Male am Telefon gesprochen aber es war was ganz anderes als Sie das erste Mal zu mir in die Praxis kam.

Trotz Ihrer Erkrankung und Ihrer Angst vor dem Sterben, war Sie immer sehr lebensfroh und lustig.

Sie erzählte mir, wie Sie sich die Zukunft für Ihre Familie vorstellt und was Sie noch alles zu erledigen hatte. Sie wollte alles bis aufs kleinste Detail geregelt haben.

Es ist unmöglich etwas so wieder zu geben, wie man es an Ort und Stelle erlebt aber dennoch möchte ich von einem kurzen Abschnitt unserer letzten Sitzung berichten.

Felicitas: Ich befinde mich in einer Art Wüste. Ich bin barfuß. Ich schau mich um. Es ist still aber nicht beunruhigend. Ein Mann steht vor mir. Er ist auch barfuß. Wir schauen uns eine Weile an und dann frage ich ihn, ob ich ihm helfen könnte?  Er lächelt und bittet mich mit ihm mitzugehen. Er möchte mir gerne etwas zeigen. „Wo bin ich hier?“ „Bin ich tot?“ frage ich, als ob es das Selbstverständlichste der Welt wäre. „ Bist du lebendig um tot zu sein?“ sagt der Fremde. Etwas irritiert folge ich ihm und versuche ihn über mein Leben aufzuklären. „Ich habe Familie, einen Mann, zwei Kinder, meine Eltern und außerdem habe ich diese Krankheit“, stottere ich.

Er schaut mich kurz an und antwortet in Sätzen, die ich nicht verstehe. „Das was du Krankheit nennst, ist eine Ansammlung deiner Gefühle….. du bist nicht „krank“. Wir sind gleich da. Stillschweigend laufen wir nebenher.“ Ich glaube ich träume!“, denke ich mir, aber das Ganze scheint mir sehr realistisch zu sein. Wir sind da…. an dem Ort, den er mir zeigen wollte. Es ist unbeschreiblich. Die Natur, die Wesen, das Licht….ich kann die Gefühle, die ich in diesem Moment empfinde, nicht mit den Worten, die ich kenne, beschreiben. Alles ist so harmonisch, liebevoll, friedlich lichtvoll und alles zusammen mal die höchste Zahl, die man sich vorstellen kann. Nein, ich glaube selbst das ist nicht genug…… ich finde einfach keine Worte…….

Nach der Hypnose unterhielten wir uns noch kurz über das Erlebte und wir wussten beide, dass wir uns zum letzten Mal sehen würden.

Mit folgenden Worten und strahlenden Augen verabschiedete sie sich: „Ich bin bereit, ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich wünsche mir, dass alle Menschen gelassen sterben können.“

Wenig später hat Felicitas diese Welt verlassen aber sie wird immer in unseren Herzen weiter existieren.

In Dankbarkeit für eine „starke“ Frau……

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