Narzissmus

11.01.2018

Das Leben mit einer narzisstischen Mutter

Es heißt oft, jeder sollte ein wenig „Narzisst“ sein. Aber was ist eigentlich ein „richtiger“ Narzisst?

Umgangssprachlich versteht man darunter einen Menschen, der egoistisch, arrogant, selbstsüchtig und sich gegenüber anderen rücksichtslos verhält.

Laut ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen) ist es eine Persönlichkeitsstörung mit u.a. folgenden Merkmalen:

  • Einem Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung
  • Mangel an Empathie
  • Arrogantes Verhalten
  • Neidgefühle oder die Überzeugung beneidet zu werden
  • Schönheit
  • Ausnützung von zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Gefühl der Einmaligkeit
  • etc.

Bei diesen Menschen ist das Selbstwertgefühl gestört. Sie haben oft eine innere Leere, Beziehungen zu anderen Menschen erweisen sich als sehr schwierig, sie neigen zu Angststörungen/Depressionen und körperlichen Symptomen.

Außer der genetischen Veranlagung vermutet man, dass die Ursache dieser Störung in der Kindheit liegt.

In der Regel ist die narzisstische Persönlichkeit nicht heilbar. Es besteht für die Person auch keine Notwendigkeit eine Therapie anzufangen. Schließlich sind alle anderen „krank“.

Die Kinder einer narzisstischen Mutter werden für Ihre Zwecke instrumentalisiert. Es sind Marionetten. Sie gehören ihr und sie benutzt sie, so wie sie es braucht. Sie erwartet zu jeder Zeit Bewunderung und ist süchtig nach Aufmerksamkeit.

Bedürfnisse der Kinder werden einfach ignoriert. Dafür wird ihnen immer wieder vorgeworfen, was sie alles für sie getan hat. Schließlich hat sie sie geboren, allein aufgezogen, hat sich aufgeopfert, ihr Leben aufgegeben und jetzt ist es selbstverständlich, dass man zeitlebens ihr „ Leibeigener „ ist.

Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen sind sehr oft „Begleiter“ ihrer Kinder. Selbst wenn sie schlecht über ihre Mutter denken, plagt diese Kinder ein schlechtes Gewissen, überhaupt so „etwas“ gedacht zu haben.

 Man hat kein „Eigenes Leben“, denn das der Mutter steht an erster Stelle.

Geschwister werden gegeneinander aufgehetzt. So, wie es gerade in Ihren Plan passt.

Mit Kritik kann sie überhaupt nicht umgehen. Sie verdreht einem das Wort im Mund, wird extrem wütend und beleidigend.

Bleibt der Vater bei seiner Frau, übernimmt er die Rolle, die sie ihm aufträgt. Lässt er sich auf dieses „Spiel“ ein, hat er keine Chance der Vater zu sein, den man sich wünscht. Er kann sich nicht gegen sie stellen. Sie ist unberechenbar und davor hat er Angst.

„Nähe“ ist in so einem Haus nicht möglich. Der Vater wird oft niedergemacht als böse und unfähig dargestellt.

Manchmal stellt sich die Mutter  als Opfer da, dann wiederum ist sie die schönste, fleißigste und beste Mutter der Welt.

Kinder von so einem Elternteil erkennen sehr spät oder gar nicht, dass sie ihr Leben lang „manipuliert“ bzw. benutzt worden sind. Schließlich sind sie vom ersten Atemzug auf ihre Eltern angewiesen und wachsen in dieser „Welt“ auf.

Wenn man es irgendwann als Erwachsener erkennt, ist es sehr schwer, sich aus der Umklammerung der Mutter zu lösen und wenn nicht, haben diese „Kinder einer Narzisstin“ mein ganzes Mitgefühl.

Es wäre untertrieben zu schreiben, dass es sich hierbei um eine Jahrzehnte lange „seelische Misshandlung“ handelt.

Leider würde und kann so ein Mensch es nie so sehen. Er hat eine andere Wahrnehmung. Es heißt ja auch „narzisstische Persönlichkeitsstörung“. Also eine Störung. Wie bereits geschrieben, kann man so einem Menschen nicht helfen und schon gar nicht als sein Kind.

Man sollte die Situation so annehmen wie sie ist, sich schützen und abgrenzen . Mit anderen Worten, akzeptieren und loslassen.

Ich erlaube mir nicht zu urteilen oder zu beurteilen. Ich selbst sehe das Leben als eine Herausforderung. Wenn man das Ganze von außen betrachtet, möchte man weder der Narzisst, noch das Kind sein.

Sollten Sie sich in so einer Situation befinden, holen Sie sich bitte Hilfe.

Jeder Mensch hat es verdient, ein glückliches, zufriedenes und vor allem sein eigenes Leben zu leben!

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